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Ausstellungen

Raum „Auenblick“

Ausstellung im Rahmen von „UNIKATE – Gestaltung & Handwerk“

Wasserschloss Klaffenbach

Wasserschloßweg 6, 09123 Chemnitz

Die Arbeiten von Wolfgang Seidel zeigen einen konzentrierten Blick auf Form, Material und Gestaltung.

Skulpturen aus Carrara-Marmor stehen hier im Dialog mit Zeichnungen, Studien und Materialien aus dem Arbeitsprozess.

Der Raum gibt Einblick in eine künstlerische Arbeitsweise, die von der Auseinandersetzung mit Material und Form geprägt ist. Begleitende Wandtafeln zeigen Studien, Zeichnungen und gestalterische Grundlagen.

Die Präsentation verbindet fertige Skulpturen mit Elementen des Arbeitsprozesses und eröffnet so einen Blick auf die Grundlagen der Gestaltung: auf Form, Fläche, Material und Raum.

Tafel 1: Wolfgang Seidel - Form, Stein, Prozess

Wolfgang Seidel – Form, Stein, Prozess

1943–2021

Wolfgang Seidel verband handwerkliche Präzision mit
einer sensiblen, klaren Formensprache. Seine Arbeiten kreisen um das Verhältnis von Material, Form und Raum und entstanden aus einem bewussten Dialog mit dem Werkstoff – sei es Stein, Holz oder ein anderes Medium.

Die Ausstellung führt in sein Denken, Arbeiten und Lehren ein. Sie zeigt Skulpturen, Zeichnungen, Formstudien sowie Einblicke in seine Vermittlungstätigkeit an der Handwerkskammer Chemnitz.

Wolfgang Seidel – Form, Stone, Process

1943–2021

Wolfgang Seidel combined technical precision with
a sensitive, clear formal language. His works explore the relationship between material, form and space and emerged from a conscious dialogue with the material – be it stone, wood or another medium.

The exhibition offers an introduction to his thinking, work and teaching. It features sculptures, drawings and studies of form, as well as insights into his teaching activities at the Chemnitz Chamber of Crafts.

Gestaltungsprozess, Formfindung und Idee

Für Wolfgang Seidel war Gestaltung ein analytischer und zugleich intuitiver Prozess. Zeichnungen, Skizzen und Formstudien dienten ihm als Denkraum und Werkzeug.

Zeichnungen, Skizzen und Formstudien dienten ihm als Denkraum und Werkzeug. Daraus entsteht die erste Annäherung an Form, Fläche, Proportion und Rhythmus.

Seidel vermittelte diesen Prozess als Methode:

  • Wahrnehmen – Analysieren – Reduzieren
  • Formprinzipien erkennen
  • Komposition als Grundlage jeder Gestaltung
  • Übergang von der Fläche zur räumlichen Form

 

Die gezeigten Entwürfe machen diesen Weg sichtbar und zeigen, wie aus der Idee eine plastische Gestalt werden kann.

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Farbe, Fläche, Struktur

Farbe war für Seidel kein dekoratives Element, sondern ein strukturbildender Faktor. In seinen Unterrichtsein-
heiten zu Farbgesetzen, Farbkontrast, Materialwirkung und Flächengliederung vermittelte er ein tiefes Verständnis der Beziehung zwischen Farbe und Form.

Zentrale Inhalte seiner Lehre:

  • Gesetzmäßigkeiten der Farbe
  • Farbkontraste und Wahrnehmung
  • Form-Farbe-Bezüge
  • Flächenrhythmen und kompositorische Gewichtungen
  • Materialwirkung im Zusammenspiel mit Farbe

 

Dieser Bereich zeigt Beispiele seiner farbbezogenen 
Studien sowie ausgewählte Lehrmodelle aus seiner Dozententätigkeit.

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Räumlich-plastisches Gestalten

Das plastische Arbeiten bildet das Zentrum von Seidels
künstlerischem Schaffen. Stein, Holz und modellierbare
Materialien werden zu Trägern von Bewegung, Spannung und stiller Klarheit.

Kennzeichnend für Seidels plastische Arbeit:

  • klare Reduktion der Form
  • dialogische Beziehung zwischen Volumen und Leere
  • Balance zwischen organischen und
    geometrischen Elementen
  • Materialbewusstsein als Grundlage jeder
    plastischen Lösung

 

Die Skulpturen im Raum zeigen die Vielfalt seiner Formfindung – von kompakten Blockformen bis zu offen strukturierten, raumatmenden Gebilden.

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Der Dozent

Gestaltungslehre, Präzision und Materialverständnis

Von 1993 bis 2008 prägte Wolfgang Seidel als Dozent an der Handwerkskammer Chemnitz die Ausbildung zum Gestalter im Handwerk. Seine Lehrinhalte reichten weit über das Arbeiten mit Stein hinaus und legten die Grundlagen einer umfassenden gestalterischen Bildung.

Zu seinen zentralen Unterrichtsbereichen gehörten:

  • Grundlagen des Gestaltungsprozesses
  • Formlehre und Prinzipien der Formgestaltung
  • räumlich-plastisches Arbeiten
  • Flächengestaltung und Komposition
  • Gesetzmäßigkeiten der Farbe und Farbenlehre
  • Materialkunde und Materialwirkung
  • Designmethodik & Designmanagement
  • Zusammenhänge zwischen Form, Farbe, Struktur
    und Werkstoff

 

Er verstand Gestaltung als ein Zusammenspiel aus Beobachtung, Denken und Tun. Viele seiner Schüler*innen erinnern sich an seine besondere Fähigkeit, präzises Handwerk mit gestalterischer Offenheit zu verbinden.

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Nachlass & Archiv Wolfgang Seidel

Der Nachlass von Wolfgang Seidel umfasst Skulpturen, Modelle, Zeichnungen, Entwürfe, fotografisches Material und persönliche Dokumente.

Die Archivarbeit macht Zusammenhänge sichtbar: zwischen Werkgruppen, Materialphasen und Lehrtätigkeit.

Dieser Bereich zeigt erste Einblicke in die systematische Erfassung, Bewahrung und Sichtbarmachung seines künstlerischen Erbes. Ziel ist es, das Werk langfristig zugänglich zu machen und fachlich korrekt zu dokumentieren.

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